An einem strahlenden Tag im Oktober machten wir uns auf, um den passenden Partner für die Innenausstattung des BelArosa Chalets zu finden. Dafür legten wir einige Kilometer zurück, führten Gespräche und besichtigten Manufakturen. Jedoch fanden auch Sonnenaufgänge über dem Canale Grande und die frische Abendluft der Dolomiten ihren Platz. Lehnen Sie sich zurück, wir nehmen Sie mit in das Land des Möbeldesigns.

Es ist fünf Uhr morgens, als ich mit klammen Fingern mein Auto aufschliesse. Wenigstens ist die Windschutzscheibe ohne Eis, goldener Herbst sei Dank. Der nächste Halt heisst «Bad Ragaz», wo ich mich mit Sven Bodenmann, unserem Gastgeber in Arosa, treffe. Gemeinsam werden wir 600 km des Weges nach Norditalien zurücklegen. Dort warten bereits der Innenarchitekt Martin Mattersberger, sowie das traditionelle, italienische Möbeldesign auf uns. Schon im Juni hatten wir uns in Mailand an der «Salone del Mobile» einen Überblick über die neusten Trends und spannendsten Labels verschafft, auf der Suche nach Betten, Sofas, Stühlen und Sesseln für das BelArosa Chalet. 

Neben einer ersten, überzeugenden Auseinandersetzung mit unseren Bedürfnissen müssen wir auf Menschen stossen, welche vertrauenswürdig, interessiert, kompetent und fair sind.

Das Team ist eingespielt: Martin achtet auf das Design. Darauf, dass sich der rote Faden durch die gestalterischen Entscheidungen zieht. Sven ist der Praktiker. Können die Möbel gut geputzt und verschoben werden? Passen sie durch die Türen und wie verhalten sich die Stoffe in der Waschmaschine oder an der Sonne? Zu guter Letzt nehme ich die Perspektive des Gastes ein und überprüfe sowohl die Optik als auch den Komfort. Als Bauherr habe ich ausserdem die Kosten im Blick. Bei so einem exklusiven, komplexen Projekt wie dem BelArosa Chalet nicht immer ganz einfach.

Drei Freunde, 1700 km Strecke und 10‘000 Eindrücke

Der Mensch hinter dem Design

Wir machen in Padua Halt, um die erste der fünf Manufakturen, welche wir in den nächsten drei Tagen besuchen werden, kennenzulernen. Könnten wir nicht die Stühle und Sofas einfach aus einem Katalog bestellen? Jene allenfalls im Showroom kurz Probesitzen und uns so die insgesamt 1‘700 km lange Strecke sparen? Das könnten wir. Wir wollen jedoch den Menschen hinter dem Produkt treffen. Sowohl den Stallgeruch, als auch die Philosophie des Unternehmens erfahren und so eine wertvolle, befruchtende Zusammenarbeit etablieren.

Schlussendlich überzeugten uns zwei der fünf Manufakturen. Jene werden nun eines unserer «Infinitypool-Chalets» mit Betten, Sofas, Stoffen und den entsprechenden Kosten bespielen.

Den ersten Kontakt stellt jeweils Martin her. Das klare Briefing im Vorfeld ist dabei ein Muss: Jenes umfasst die Visualisierungen, Grundrisspläne und Stücklisten der Chalets. Bereits jetzt wissen wir, wo jeder einzelne Stuhl stehen wird, wie viele der Kissen wo liegen. Während unserem Besuch sehen wir ausserdem, wie sich die Unternehmen vorbereitet haben. Neben einer ersten, überzeugenden Auseinandersetzung mit unseren Bedürfnissen müssen wir auf Menschen stossen, welche vertrauenswürdig, interessiert, kompetent und fair sind. Bereits am Ende des ersten Tages hatten wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Der wohl verdiente Feierabend lag vor uns.

Zum Canale Grande bitte

Weil ich auf unseren Reisen für die Strecken, die Kulinarik sowie die Übernachtungen verantwortlich bin, überraschte ich meine Freunde mit einem Abstecher nach Venedig. Den Abend liessen wir auf dem Boot ausklingen, der neue Tag brach bei einem reichhaltigen Frühstück am Ufer des Canale Grandes an: Zwei weitere Manufakturen am zweiten Tag, das war der Plan.
Haben Sie sich schon einmal Gedanken über die Entwicklung eines Stuhls gemacht? Monatelang feilen seine Macher an der Grösse und an der Ergonomie, dabei entscheiden nicht selten Millimeter über den Komfort. Ist das Kissen des Fauteuils in Ihrem Wohnzimmer mit einem Federkern versehen? Seine Form durch einen Schaumguss entstand? Auf unserer Reise hatten wir die Möglichkeit, hautnah in die Welt des Möbeldesigns einzutauchen – was für ein Privileg.
Nach dem Abendessen im Nationalpark Drei Zinnen in den Dolomiten, der Kontrast zum lebendigen Venedig könnte nicht grösser sein, besuchten wir am dritten Tag die letzte Kandidatin in Bruneck. Danach trennten sich unsere Wege. Martin machte sich auf nach Österreich, Sven und ich fuhren zurück Richtung Schweiz. 

Schlussendlich überzeugten uns zwei der fünf Manufakturen. Jene werden nun eines unserer «Infinitypool-Chalets» mit Betten, Sofas, Stoffen und den entsprechenden Kosten bespielen. Anhand der Vorschläge werden wir uns für einen der beiden Innenausstatter entscheiden: ein Projekt, drei Freunde, drei Tage, 1‘700 km Strecke, zwei mögliche Partner, 10‘000 Eindrücke – einmal quer durch Norditalien.